Gepardenjagt in der Kalahari

Meine Frau und ich waren schon sieben Mal in unterschiedlichen Regionen Afrikas unterwegs. Allerdings gab es noch keine einzige Gelegenheit Geparden intensiv zu beobachten. Nachmittags unternahmen wir unseren letzten Gamedrive im Kgalagadi Transfrontier National Park als wir uns mehreren Fahrzeugen, die am Wegesrand standen, näherten. Im ersten Moment schien die Situation uninteressant. Auf der rechten Seite war eine größere Gruppe Springböcke, die in Ruhe grasten. Erst bei genauem Beobachten entdeckten wir nur 200m links von unserem Fahrzeug, eine Gepardenmutter mit einem größeren Jungtier im Busch. Es entstand eine spannende Frage: „Was jetzt wohl passiert?“ Nach ca. 15 Min. setzten sich beide Geparden langsam schleichend in Bewegung. Sie gingen in Richtung Springbockherde und hatten diese fest im Blick. Wir hatten alle den Eindruck, als ob den Geparden unsere Fahrzeuge als Deckung dienten. Urplötzlich setzten sie zum Sprint an. In wenigen Sekunden war die Jagd vorbei und sie war erfolgreich. Die Geparden hatten einen Springbock gerissen und zogen ihn zu einem Busch direkt neben unserem Fahrzeug. Nach einer Atempause begannen sie zu fressen. Diese Szenerie konnten wir noch lange beobachten. Interessant war auch zu sehen, wie erschöpft die Geparden waren. Selbst unser Gide war von dieser Situation begeistert.

Für mich war es das erste Mal solch eine einzigartige Situation zu beobachten. Ich hatte auf der großen Kamera das 300 Tele mit 1,4-fach Konverter, da ich mich auf die Situation am Busch eingestellt hatte. Es war nicht vorhersehbar in wie weit sich die Situation weiterentwickelt, da sich links vom Fahrzeug eine größere ebene Grasfläche befand. Ich befand mich hinten im Fahrzeug und die Sicht nach vorne rechts war eingeschränkt Daher konnte ich der Jagtsituation, auch aufgrund der großen Brennweite, nicht schnell genug folgen. Meine Frau saß vorne auf der linken Seite, Beifahrerseite. Dadurch hatte sie mehr Glück und konnte den Geparden im Spint fotografieren. Hier sind zwei gelungene Bilder mit kleinem Nachzieheffekt entstanden. Sie hatte die passende Brennweite mit 200mm und die Einstellungen mit 1/640 (ideal wäre noch etwas länger gewesen) hierzu parat. Diese Situation hat einiges an Erfahrung gebracht für eine der nächsten Gelegenheit. Meine Position war nach der Jagd sehr gut, denn ich konnte die beiden Geparden direkt neben dem Fahrzeug an ihrem Riss beobachten und fotografieren.

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